Chronik
Chronik der Boulderbox Felsenkeller
5 Jungs, eine Vision und unzählige Helfer
Ursprünglich waren Marcus, Jan, Daniel, Jürgen und Thomas regelmäßig in den hiesigen Boulder- und Kletterhallen der Stadt anzutreffen, allerdings waren die Öffnungszeiten mit den Arbeitszeiten der Jungs nicht kompartibel, die Hallen zu weit weg, man stand im Stau, es war zu voll.
Jürgen hatte schon lange den Plan eine eigene Kletterhalle zu bauen, Material war bereits vorhanden, die Kalkulation machte jedoch einen kommerziellen Betrieb nicht möglich. So kam eins zum anderen, und es wurde der Entschluss gefasst einen Verein zu gründen und eine Boulderhalle für den eigenen Zweck zu bauen.
Die Suche nach einem geeigneten Mietobjekt begann im November/Dezember 2006. Der erste Raum in einem Keller bei der Kartbahn im Zentrum Dresdens wurde auf Grund der Nähe zur Weißeritz und der Flut im Jahre 2002 schnell verworfen. Als nächstes besichtigten die Fünf eine Halle in einem Industriehinterhof, der Vertrag war bereits aufgesetzt, als sie den Hinweis von einem Anwohner bekamen, dass die Mieter in diesem Areal wegen der schnell steigenden Nebenkosten nie länger als ein Jahr blieben. Zeitgleich erhielten sie von ihm den Tipp sich mit Herrn Bijick in Verbindung zu setzen, dem Eigentümer der ehemaligen Felsenkellerbrauerei. Bereits am darauf folgenden Tag hatte Jürgen einen Besichtigungstermin im Sudhaus und wusste beim ersten Blick: Das ist es! Mittlerweile war es Ende Januar geworden. Es brauchte noch etwas Überzeugungsarbeit und Mut, denn die Finanzierung des sehr großen Objektes stand immer noch nicht fest, und es war viel Fantasie nötig um in dem Chaos aus Dreck und Müll eine schöne Kletterhalle sehen zu können.
Noch bevor der Mietvertrag am 27.02.2007 unterschrieben wurde, begannen die Bauvorbereitungen. Das Konzept war innerhalb weniger Tage klar, im Vordergrund stand dabei immer die Erhaltung der Struktur des Sudhauses in seiner ursprünglichen Form.
Als erstes wurde das vorhandene Material aus dem Lager geholt. Nun mussten zunächst der Barbereich begehbar gemacht und die Ringe im Boden verschlossen werden. Von Anfang an war allen Beteiligten klar, dass eine unglaubliche Arbeitsleistung vor ihnen liegen würde.
Während die Jungs mit dem Balkenkonstrukt für die Hauptkletterwand begannen, musste ein Teil der Treppe entfernt werden, da sie im Nichts endete und vollkommen baufällig war. Der Großteil konnte aber erhalten und restauriert werden, in dem 14 Farbschichten abgeschliffen, Stangen neu eingesetzt und fehlende Kugeln gedrechselt wurden. Diese Arbeiten übernahmen viele, viele Helferinnen und Helfer.
Im Februar und März entstanden außerdem die Bushaltestelle und die Technikecke. Dass in so kurzer Zeit der Großteil des Balkenkonstruktes stand, war vielen Wochenendarbeitseinsätzen mit bis zu 13 Arbeitsstunden am Stück und Engagement unter der Woche zum Teil bis 3 Uhr nachts zu verdanken.
Ende März kamen die ersten Zweifel: Haben wir richtig geplant? War es nicht doch zu viel? Allerdings konnten diese schnell beseitigt werden, in dem am 31.03.2007 die ersten Platten im Dach befestigt wurden und nachts um 1.30 Uhr die ersten drei Griffe angeschraubt wurden.
Im April und Mai entstanden noch die Kugelwand, die Reibungsplatte und das Campusboard. So ganz „nebenbei“ wurden Licht und Sound installiert, der Teppich verlegt, die Decke und die Fenster gestrichen, die Ringe im Boden sicher und defintiv verschlossen.
Im August begann ein zweiter Bauabschnitt: Die Bar und die Umkleidekabine waren noch nicht gebaut, der Chill-Out-Bereich noch nicht einmal begehbar, in einigen Teilen der Halle fehlten immer noch Licht- und Soundanlagen, Kabel und Wände mussten noch verkleidet werden. Die Vorhänge gab es noch nicht, die Fliesen waren nicht gereinigt, Türen und Fenster nicht abgedichtet.
Bis zur Eröffnungsfeier am 09.09.2007 gab es also noch viel zu tun. In der Nacht zum 09.09. schraubten wir sämtliche Griffe noch einmal aus den Wänden um für den großen Tag viele schöne neue Routen parat zu haben. Den Namen für unsere Halle hatten wir auch erst in der Woche zuvor gefunden: Boulderbox Felsenkeller.
Bis zur Eröffnung wurden insgesamt 1850 Arbeitsstunden von Vorstand, Mitgliedern und freiwilligen Helfern investiert. Bis heute sind es 4505,5 Arbeitsstunden.
Die Eröffnung am 09.09.2007 war ein Erfolg auf der ganzen Linie: Über 70 Freunde und Bekannte kamen, kletterten, spielten Tischtennis und Badminton, probierten die Slackline aus, tanzten, aßen, tranken und feierten mit uns bis spät in die Nacht. An diesem Tag konnten wir einige neue Mitglieder begrüßen.
Bis zum Jahreswechsel standen immer wieder kleinere Verbesserungsarbeiten an. Ein großes Projekt war noch die Trennwand im Barbereich, welche im Dezember 2007 fertig gestellt wurde.
Dank der Unterstützung vieler Helfer und Gönner, welche uns mit Material und Arbeitsleistung zur Seite standen und stehen, konnten wir im Mai 2008 in den dritten Bauabschnitt übergehen, so dass wir zum ersten Geburtstag der Boulderbox im September 2008 mit einer neuen Strukturkletterwand im Eingangbereich aufwarten konnten.
Nach vielem Hin und Her bekamen wir zum Jahreswechsel 2008/2009 endlich den langfristigen Mietvertrag, so dass wir die Vorstiegswand und der Bouldergrotte bauen konnten. Mit dem zweiten Geburtstag der BBF konnten wir die Eröffnung der neuen Kletterflächen feiern und haben nun ca. 400m² Boulderfläche zur Verfügung!
Im Jahr 2010 konnten wir schließlich dazu übergehen den restlichen noch unbebauten Teil der Kletterhalle mit Sperrholz-Platten zu versehen. Der Tischtennisraum erhielt dadurch drei neue Wände. Außerdem konnten wir eine Billardplatte aufstellen. Am Tag vor unserem 4. Geburtstag bekamen wir schließlich die großen Planen, so dass nun, nach einem 14 stündigen Arbeitseinsatz, alle Flächen mit zusammenhängenden Matten versorgt sind.
Und für den Bauabschnitt 2011 haben wir auch schon Pläne
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